Sind endgültige Niederlagen möglich?

  • Ich habe mich gefragt, weshalb es nicht auch mal Spiele gibt, in denen man ernsthaften Einfluss auf die gesamte Storyentwicklung, insbesondere auf die Wahl des Endes hat, und zwar nicht in der Weise, dass man gegen Ende hin eine recht offensichtliche Wahl trifft oder dass man sich einfach nur moralische Entscheidungen treffen muss. Ich meine vielmehr: Warum kann nicht jede Mission scheitern und der Spieler daraufhin am Ende versagen und scheitern? Viele Missionen in den meisten Spielen sind nicht zentral wichtig, bzw. wenn man sie verbockt, ist das oft noch nicht das Ende der Welt. Dem sollte mal Rechnung getragen werden und einfach ein mehr oder weniger günstiges Ende in zahlreichen Abstufungen möglich sein, etwa dergestalt, dass man eben nur einen Teil der NPCs rettet, nur sich selbst, nicht einmal sich selbst oder eben alle, wenn man denn seine Aufgabe perfekt erledigt hat. Und das alles unabhängig von eigenen Wertentscheidungen, einfach, weil man einzelne Aufgaben nicht oder nicht richtig bewältigt hat. So dass am Ende da steht: Spiel abgeschlossen, aber leider trotzdem versagt.

    Was denkt ihr: Wäre das möglich? Wenn ja, warum wird es nicht gemacht? Es kann nicht wirklich an dem schlechten Gefühl liegen, das einem nach einer totalen Niederlage verbleibt, das gibt es in vielen Spielen(also das Gefühl, nicht die Niederlage).

  • Ja die sind möglich. Niederlagen sind möglich. Ich führe mal Starcraft-2 als Beispiel an. Starcraft ist ein Strategiespiel, in diesem Spiel ist nichts wichtiger als eine vernünftige Build Order, die passende auch gegen den jeweiligen Gegner und Rasse und wie schnell Du reagieren kannst. Dabei ist das sogar Zeitlich abestimmt. Ab Minute 0:46 brauchst Du einen SVC, ab 1:56 muss der erste Reaper folgen...
    Interessant ist im Grunde das man bei Starcraft trainieren muss um gut zu sein. Man wird immer besser, aber man wird ständig verlieren. Auch noch in den höheren "Laddern" wie Platin oder ähnliches. Warum wird Starcraft dann überhaupt noch gespielt? Man findet Gegner in allen Laddern, den niedrigsten, den höchsten und dazwischen.
    Weil es eben nicht darauf an kommt wie gut man Gewinnt, sondern ob man gewinnt. In diesem Spiel sind alle gleich, der einzige Unterschied ist dein Build und deine Geschwindigkeit.

    Vergleicht man das mit einem Rollenspiel werden hier meist andere Schwerpunkte gesetzt. Hier wird meistens vorausgesetzt das jede Quest schaffbar ist, das man eben jeden Auftrag erledigen kann um so möglichst seine 100% Spiel-Komplementierung erhält. Das hat das Genre nun mal seid jeher. Es gibt sicherlich Ansätze die anders sind, Dark Souls, ein Spiel bei dem man mehr Kämpfe verlieren kann als gewinnen. Und trotzdem schafft man sein Spiel komplett irgendwann, man kann jeden besiegen, irgendwann, mit genügend Training.

    Also was kann man machen um ein Spiel zu schaffen bei dem verlieren keine Schande ist?

    Schau ich mir beide unterschiedliche Spiele an, fällt mir auf das man einfach trainieren muss. Das man sich engagieren muss. Es ist kein Casual, kein beliebiges "Mal-schnell-ne-runde" zocken. Da setzt man sich hin und spielt mal eine Stunde.

    Der Spieler braucht Erfolgserlebnisse, der Spieler braucht ein Ziel (kleine und große) und der Spieler muss wissen welche Art von Spiel er da vor sich hat.

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    Warum gibt es Archievments? Unter anderem deswegen.

  • Da verwechselst du aber grundlegende Mechanismen: StarCraft ist als Multiplayer ausgelegt, es gibt keine Kampagne, die man mit einer endgültigen Niederlage vollständig abschließen könnte(zumal nicht in der Weise, dass dieses Ergebnis dann auch als voll gültiger Abschluss gewertet würde).
    Kann schon sein, dass es eine Kampagne gibt, das will ich nicht bestreiten(weil ich es nicht weiß), aber die Niederlagen sind auf die Gefechte beschränkt.
    Ich rede von Niederlagen im Einzelspielermodus. Beispiel: Bei uns könnte das heißen, dass man im Kampf gegen den Wanderer(im ganz normalen, ungeskripteten Kampfgeschehen) sein gesamtes Blut verliert und bewusstlos wird. Er tötet einen daraufhin, um reinen Tisch zu machen. Quasi ganz normal. Und dann kommt ein entsprechender Abschluss á la "Der Held fiel im Kampf gegen den Wanderer und die Rune fiel ihm in die Hände. Mit ihrer Hilfe ergriff er die Macht über ganz Issanur."
    Das wäre ein voll gültiges Ende des Spiels, nur eben eines, bei dem der Spieler versagt hat. Legitim, wie ich finde, aber ich habe es noch nicht erlebt.